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                               "Der Tag an dem die Mauer fiel - nun freue Dich !"
                           Walter Momper zu Besuch im RC Berlin-Adlershof
 

                                                                     

Am 02.11.2015 sprach der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, bei einem Meeting unseres Clubs über seine ganz persönlichen Impressionen zum Mauerfall am 9. November 1989.

                                                                                                                   


Als Handelnder in verantwortlicher Position und Zeitzeuge gleichermaßen ließ er die Ereignisse vor, am und nach dem 09.11. 1989 „Revue passieren“.

Vor dem Mauerfall, am 29. Oktober 1989, einem Sonntag, hatte Walter Momper Ost-Berlin besucht und mit Bärbel Bohley, Jens Reich, Manfred Stolpe Gespräche geführt und schließlich auch, auf Vermittlung Stolpes, mit Günter Schabowski, der ihm von der geplanten Reiseregelung für DDR-Bürger berichtete.

Am Montag darauf ordnete er als Regierender Bürgermeister für die Senatsverwaltung Urlaubssperre an und forderte alle Abteilung auf, jeweils eine Projektgruppe im eigenen Zuständigkeitsbereich einzurichten, um sich auf den „Tag X“ vorzubereiten. Ziel war es Handlungsoptionen für alle denkbaren Optionen zu erarbeiten,  die bei  einem „Sturm von hinten“ greifen sollten, wenn die Grenzen geöffnet würden und es zu einem Ansturm von DDR-Bürgern kommen würde.

Walter Momper berichtete von einer Vielzahl präventiver Planungen, die aus dieser Anordnung resultierten. Um nur einige Maßnahmen zu nennen: Die Polizei entwickelte Szenarien, womit zu rechnen sei, wenn die Mauer gestürmt würde, die Krankenhäuser legten erhöhte Blutkonserven an, da auch mit Blutvergießen gerechnet werden musste und bei den Alliierten wurden geprüft, ob sie DDR-Bürger nach Westdeutschland ausfliegen könnten. Die BVG plante die öffentlichen Verkehrsmittel, nach dem „Smog-Alarm-Plan“ fahren zu lassen, da nach einer Grenzöffnung in der damals 2-Millionen-Stadt West-Berlin mit täglich 500.000 „Besuchern“ aus der DDR zu rechnen war, die es ggf. zu transportieren galt.

Nach der „verunglückten“ Schabowski Pressekonferenz am Abend des 9.Novembers überschlugen sich dann auch für Walter Momper die Ereignisse, denn die Grenze wurde ohne Vorwarnung geöffnet und die Mauer fiel. Weder die Bundesregierung, noch die alliierten Stadtkommandanten von Berlin, noch der Berliner Senat waren auf diese Situation umfassend vorbereitet. Trotzdem gelang es dieser Herausforderung zu begegnen. Mit vereinten Kräften, einer enormen Improvisationsleistung und einem fast unerwarteten Miteinander von „Ost“ und „West“  konnte ein Chaos vermieden werden und das öffentliche Leben wurde auch unter diesen besonderen Bedingungen kanalisiert.

In der Folge, als dann täglich rund eine Million Besucher West-Berlin flutete, ging es um Infrastruktur: Wiederherstellung der vor Jahrzehnten gekappten Gasleitungen, Telefonanschlüssen, Wasserrohren, Straßenzügen und um die Zusammenführung der öffentlichen Verkehrsmittel, der ehemals getrennten Stadt.

Die sehr persönlichen Impressionen von Walter Momper ließen die Ereignisse vom 9.November 1989 für alle Zuhörer wieder lebendig werden und die Clubmitglieder aus Ost und West reflektierten diesen Tag nochmals aus ihrem eigenen Erleben. 

                                           

Ich möchte diesen Beitrag mit den Worten, die Walter Momper an den Anfang seiner Ausführungen  stellte, beenden: „Wir sind doch immer noch ein glückliches Volk – trotz Migrationskrise!"

Wir danken Herrn Momper ganz herzlich für seine Ausführungen, die deutlich mehr waren als ein historischer Rückblick.“

 


Text: Michael Dederichs