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                                     Projekt "Schultüten basteln mit Flüchtlingskindern"
                              
 

Integration in die deutsche Kultur ist meines Erachtens eines der wichtigsten Projekte, mit denen sich Deutschland in diesen Zeiten befasst, da Flüchtlinge noch immer zahlreich in der Europäischen Union eintreffen. Flüchtlinge aufzunehmen ist die eine Sache, doch sie müssen auch in unser Land und in unsere Kultur integriert werden.

Zu diesem Zweck hat sich der Rotary Club Berlin-Adlershof in Zusammenarbeit mit dem Übergangswohnheim des Internationalen Bundes in der Rankestraße Berlin dem Projekt "Schultüten" gewidmet. Dieses Projekt bestand darin, mit Flüchtlingskindern Schultüten zu basteln und mich, eine Rebound (ehemalige Austauschschülerin) de Clubs, und 6 taiwanesische Studierende des Rotary International Youth Exchange Programmes "NGSE" in diese Projekt miteinzubeziehen. New Generation Service Exchange ist ein Rotary-Programm für die berufliche Orientierung von Studierenden. Nach Absprache mit der Leiterin des Heimes, Frau Gordana Spasic-Neumann, besorgte ich das Material für das Basteln von Schultüten und das Heim lud die 7 Schulkinder im Alter von 6-9 Jahren ein.

Am Tag des Bastelns trafen sich Kinder und Erwachsene im Gemeinschaftsraum des Wohnheimes. Die großen Tische wurden zusammengeschoben und es wurde jedem Kind ein Student/Studentin zugeteilt. Ich begann mit einer Einführung und erklärte den Kindern, was es mit diesem projekt auf sich hatte, was Schultüten überhaupt sind und wie man sie bastelt. Kinder und Studierende arbeiteten zusammen und obwohl weder die Studierenden Arabisch oder Türkisch noch die Kinder Chinesisch verstanden, hatten sie sich schon nach kurzer Zeit angefreundet. Bunt, individuell und hübsch bastelte jedes Kind seine eigene Schultüte, und die Kinder hielten sie stolz ihrer Erzieherin entgegen.




Eine Woche später ging ich dann mit den Spenden von Clubmitgliedern unseres Clubs einkaufen und besorgte kleine Schulgeschenke zum Füllen der Tüten der Kinder. Die Schultüten enthielten also für jedes Kind am Ende 10 Buntstifte, 1 Lineal, 1 Kleber, 1 Anspitzer, 3 Bleistifte, 1 Radiergummi, 1 Brotbox, 1 Schere, 1 Tuschkasten, 1 Federmappe und 1 Tüte Bonbons.

Alle hatten sehr viel Spaß, Frau Spasic-Neumann hatte außerdem für ein kleines Buffet gesorgt. Wir saßen also alle beisammen und aßen Würstchen, Brezeln und Obst, tranken Wasser und Säfte und freuten uns über die gemeinsame Zeit.





Es war sehr schön und rührend, in die begeisterten Kindergesichter zu blicken, den Stolz in Ihren Augen, als die eigene Schutüte von anderen bewundert wurde. Dann die Enttäuschung, sie wegzugeben, doch auch das Leuchten der Vorfreude, sie zum ersten Schultag voller Geschenke wiederzubekommen. Durch solche glücklichen Erfahrungen werden Traditionen weitergegeben, denn jedes dieser Kinder trägt nun ein Stückchen unserer Kultur im Herzen. Und das ist Integration!


Text: Lilian Hofmann, Rebound des RC Berlin-Adlershof